Buch "Kein leichtes Spiel"

  • 2010 - Vom Punkrock zum Akustik-Duo
  • 2011 - Erste Termine und erster Proberaum
  • 2012 - Hinter den Städten
  • 2013 - Der Weg zum Superstar
  • 2014 - Frischer Wind und One-Night-Stand
  • 2015 - Phonzahl bringt Stimmung
  • 2016 - Neue Besetzung und Bandcontest
  • 2017
  • 2018 - Der Nachwuchs kommt
  • 2019 - Erstmal eine rauchen
  • 2020 - Zehn Jahre
  • 2021 - Alles vorbei?!

2017

Konzertberichte einbinden

Ein Highlight war in dieser Zeit wohl die Mugge kurz nach der Neueröffnung der Zentralbibliothek im Dresdner Kulturpalast. Dort durften wir mit unserer Musik das riesige Foyer beschallen, mit wunderbarer Aussicht auf den Altmarkt, auf dem an diesem Tag bei strahlendem Sonnenschein der alljährliche Frühlingsmarkt stattfand. Ein Jahr vorher spielten wir u.a. im Dresdner World-Trade-Center und der angesagten "Groovestation". Zwei Locations, in die ich mich aufgrund der Atmosphäre und der freundlichen Betreiber direkt beim Betreten verliebt hatte und jederzeit wieder bespielen würde.

Ich hatte damals den Eindruck, dass wir von Auftritt zu Auftritt professioneller wurden und auch die Stimmung innerhalb der Band war optimal. Alle fünf Musiker waren freundschaftlich eng verbunden und jeder brachte zu jeder Probe neue Ideen mit und brachte das Team somit weiter voran.

Manchmal waren es aber auch die kleinen Dinge, wo man merkte, dass die Musiker mit ganz viel Liebe dabei sind und menschlich eine wirkliche Bereicherung für meine 2010 gegründete Band darstellten.

Isabel brachte beispielsweise gelegentlich selbstgemachten Schnaps mit in den Proberaum oder zu den Auftritten. Dazu löste sie Fruchtbonbons in Rum oder ähnlichen Spirituosen auf und nannte es liebevoll den "OSTREA-Schnaps". Dieses Zeug war so süffig, dass man davon selten genug bekam. Bei einer Feier habe ich mal eine so große Menge davon vernichtet, dass ich am Folgetag nicht einmal mehr in der Lage war, das geplante Vorstellungsgespräch für einen neuen Job wahrzunehmen, weil ich zur Zeit des Termins gerade zuhause angekommen war und direkt in die Kloschüssel rief, wie schlecht es mir ging. Seitdem bin ich mit dem Verzehr dieses Schnapses sehr vorsichtig geworden. Natürlich gab es auch mit Isabel die eine oder andere Meinungsverschiedenheit, die wir aber immer recht schnell durch persönliche Gespräche klären konnten.

Thomas, "der Jüngste" kam anfänglich mal unvorbereitet in den Proberaum und wurde direkt verbal von mir zusammengestaucht. Diese Ansage hatte damals wirklich gesessen und ich bin vielleicht auch ein bisschen sehr direkt gewesen und über das Ziel hinaus geschossen, aber es hat ja geholfen. Unsere "Prinzessin am Schlagzeug", wie ihn die Fans und wir liebevoll nannten, war seitdem voll bei der Sache und durch seine humorvolle Art, seinem guten Aussehen und natürlich auch wegen seinem musikalischen Talent, schnell bei unseren Fans beliebt. Bei einer Mugge hatte ich mal öffentlich die Mädels aufgefordert, ihn anzusprechen, weil er Single war. Eigentlich ein gut gemeinter Scherz, der aber wohl zumindest dazu geführt hatte, dass Thomas neue weibliche Kontakte knüpfen konnte. Es kam auch gelegentlich vor, dass aus dem Publikum diverse Höschen oder Büstenhalter auf die Bühne geworfen wurden. Alles Erlebnisse, die ich so schnell nicht vergessen werde.

Auch sein Vorgänger Ansgar machte einen grandiosen Job in der Band und es fiel durch seine jugendlich-erhaltene Art selten bis nie auf, dass bandintern ein Altersunterschied von fast 20 Jahren bestand. Ansgar kommunizierte immer offen seine Gedanken und Bedenken, was die Arbeit und den Umgang mit ihm immer erleichterte.

Mario kenne ich wahrscheinlich am längsten von allen. Er war bei mir immer "der Nachdenkliche", entwickelte sich aber innerhalb der Band schnell zu einem typischen Bassisten, der immer die Ruhe weg hatte und sich durch nichts und niemanden mehr stressen ließ. Doch wenn ihn etwas störte, konnte er das oftmals, genau wie ich, sehr direkt und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, äußern.

Ich schätze alle von ihnen als sehr emotionale und sensible Menschen ein und genau deswegen passten sie wahrscheinlich immer so gut in mein Leben.

Hart am Limit

Die Raben rochen schon ihren Fraß

als unsere Band noch im Proberaum saß

das Leben selbst bringt die Inspiration

unsere Lieder werden zu Eurer Lektion

Wie viel Zeit ist schon zerronnen

Wie oft haben wir von vorn begonnen

Jetzt sind wir da, hört es Euch an

unser Motto heiß ran - run, run

Wahre Worte und Ehrlichkeit

Was gut werden soll braucht eben Zeit

das lange Warten ist nun vorbei

Wir wollen Euch hören - hey, hey, hey

Wir rocken die Bühnen, fahren durch's Land

vertreiben hungrige Raben mit eiserner Hand

In Zeiten wie diesen, wo nichts mehr geht

gibt's eine Band, die hinter Euch steht

Hart am Limit bewegt man sich

Alles was geht reicht uns nicht

Wir wollen mehr, seid ihr dabei

Ostrea kommt, es ist noch nicht vorbei

So kann es weitergehen

Wir fühlten uns gut und waren bereit, neue Wege einzuschlagen.

Es entstanden neue eigene Songs, wie zum Beispiel "Letzte Worte" und "Ich liebe alle", die wir bei unserem nächsten Großprojekt zum ersten Mal live spielten.

2016 hatten wir uns beim SPH-Bandcontest beworben, ein Wettbewerb für junge Nachwuchsmusiker und Bands aus ganz Deutschland. Im Oktober des gleichen Jahres fand die Vorrunde im Dresdner Bärenzwinger statt, wo wir uns mit 4 weiteren Bands für jeweils 30 Minuten Spielzeit die Bühne teilten und jeder für sich um jede einzelne Stimme des Publikums kämpfte. Nach dem Auftritt gab es eine Jury-Auswertung mit Tipps und Ratschlägen, wie man den Auftritt noch optimieren könne, aber letztendlich entschied das Publikum und die Jury jeweils zu 50% wer weiter kommt. Meist war es die Band, die vorher die meisten Tickets für die Veranstaltung verkauft hatte und somit landeten wir auf Platz 2 und waren in der nächsten Runde, dem Stadtfinale.

Das Stadtfinale fand zirka ein halbes Jahr später statt, wieder im Bärenzwinger, direkt im Stadtzentrum unter der weltbekannten Brühlischen Terasse. Wir hatten für diese Veranstaltung mehr als 100 Tickets verkauft und machten den ersten Platz, keine Frage, dass wir völlig überwältigt waren von diesem Sieg und erst mal einen Schnaps zur Verdauung brauchten. Wir waren im Regionalfinale, unglaublich!

An diesem Abend fand auch zum ersten Mal ein Phänomen statt, welches sich zukünftig bei fast bei jedem unserer Auftritte wiederholte. Zirka 1,5 Stunden nach unserem Auftritt, als die Bühne bereits abgebaut war, die Technik längst ihren Weg zurück ins Auto gefunden hatte und wir noch etwas in der Location unseren Auftritt auswerteten, ertönte aus irgendeiner Ecke von einer wildfremden Person der Refrain von unserem Song "Raucherlied". Was für ein Gefühl für mich als Songwriter!

Das Regionalfinale des SPH-Bandcontests fand dann im September 2017 nicht mehr in Dresden, sondern im Herzen von Leipzig statt. Die Halle 5 überzeugte vor allem mit einem sehr geräumigen Backstage-Bereich und einem grandiosen Tontechniker. Leider verkauften wir diesmal nicht so viele Tickets wie in den Runden zuvor. Vor allem die Bands aus dem Leipziger Raum hatten hier wohl einen entscheidenden Vorteil.

Die Jury bemängelte diesmal das langwierige und leidige Thema "Perfomance". Vor allem Peter hampelte, wahrscheinlich vor Aufregung, wieder ganz furchtbar von einer Bühnenecke zur nächsten. Somit waren wir raus und durften nicht mehr zum Deutschlandfinale antreten. Schade, aber dennoch haben wir die Teilnahme an diesem Wettbewerb unheimlich genossen und gemerkt, dass wir schon eine kleine Fanbase hatten, die auch bereit war, uns hinterher zu reisen, Insgesamt also eine tolle Erfahrung für jeden Einzelnen von uns!

Die größte Herausforderung bei diesen Auftritten war es wahrscheinlich, nur eigene Lieder und keine Coversongs spielen zu dürfen. Gott sei es gedankt, dass wir zum damaligen Zeitpunkt schon genug eigene Songs hatten, die sich für die Teilnahme an einem solchen Contest eigneten.

Nun war es höchste Zeit, die neuen eigenen Songs mal aufzunehmen und als CD zu veröffentlichen! Hier kam wieder mein alter Musikerkollege Hannes ins Spiel. Ich hatte noch etwas gut bei ihm und fragte ihn, ob er bereit wäre, unsere nächste CD mit uns zu produzieren. Er sagte direkt zu und wir schickten ihm die Songtexte und Demos zu, die wir im Volume11 schon vorbereitet hatten.

Zuerst spielte Thomas im Volume11 die Schlagzeugspuren ein, die Hannes dann in seinem Studio in Coswig eins zu eins am Computer via Midi übernahm, um die Songs noch genauer und punktueller auf den Takt zu bringen. Ein paar Wochen später fuhren Peter und ich nach Coswig, um die Gitarre und einen Phantomgesang auf die fertige Schlagzeugspur einzuspielen. Der Phantomgesang war vor allem für mich als Gitarrist und auch für Mario als Bassisten wichtig, um uns später im Song genau am Text orientieren zu können.

Es vergingen wieder ein paar Wochen bis zum nächsten Studiotermin. Grund dafür war mein 30. Geburtstag, den wir mit einem Openair-Konzert im Biergarten der Dresdner Kümmelschänke feierten. Als Special Guest für diesen Abend luden wir unseren Produzenten ein, der mit uns gemeinsam ein paar Songs schmetterte und anschließend freiwillig den Grill bediente.

Auch die Vorbereitungen für unseren großen Auftritt im August 2017 beim Mondfest in Zschorlau, hinderte uns kurzzeitig daran, an unserer neuen CD weiter zu arbeiten. Doch direkt am Tag nach dieser grandiosen Mugge fuhren Isabel und ich zu Hannes, um endlich die Gitarren und den Gesang final aufzunehmen. Hannes bewies hier sehr viel Geduld und Kreativität.

Er brachte viele eigene Ideen mit ein, was wir gut fanden, aber nur solange wie es auch noch nach OSTREA klang. Er steuerte beispielsweise Gitarrensolis, Keyboards und diverse Gitarren- und Gesangseffekte bei, die unseren Songs auf der Platte nochmal etwas mehr Pfeffer verpasst haben.

Nun fehlte nur noch der Bass. Den spielte Mario für alle fünf neuen Songs an einem Tag ein, sodass Hannes direkt im Anschluss mit dem Mix und Mastering beginnen konnte. Ich bastelte zur gleichen Zeit zuhause an einem passenden CD-Cover und nannte die neue CD "Hart am Limit". Endlich hatten wir die ganze Band auf einem Tonträger!

Doch schon während der ersten Vorbereitungen zu dieser CD, ungefähr im Dezember 2016, teilte uns Peter mit, dass er die anstehenden Muggen zwar noch mit uns absolvieren möchte, anschließend aber gern die Kapelle auf eigenen Wunsch verlassen möchte.

Geschockt saßen Isabel, Mario und ich vor ihm und konnten gar nicht glauben, dass er das wirklich ernst meinte. In der Tat dachten wir anfänglich, dass er einen Witz machte, aber er meinte es ernst. Als Grund für seinen Ausstieg nannte er den Stress bei seiner regulären Arbeit als Warenverräumer in einer bekannten Supermarkt-Kette. Es blieb ihm wenig Freizeit und er kam oft abgehetzt und kaputt von der Arbeit, direkt zur Probe oder zum Auftritt. Auf die Dauer schlaucht so etwas, meinte er. Er sagte, dass er lange darüber nachgedacht hätte und es ihm nicht leicht fallen würde, die Band OSTREA zu verlassen.

Verständlich, denn schließlich hatte er diese Band, mit mir gemeinsam im September 2010, gegründet und seitdem mit seinem Gesang und seiner Mundharmonika unheimlich viel Arbeit und Zeit investiert.

Es versteht sich von selbst, dass er nach über 6 Jahren, in denen er Mitglied unserer Band war, nicht einfach geht, ohne eine Träne im Auge. Man merkte, wie schwer diese Entscheidung für ihn war und dennoch hat er bis zu seinem letzten Auftritt mit uns, am 29.09.2017 beim Radebeuler Weinfest, alles gegeben! Peter war immer zuverlässig und freundlich zu uns und zu seinen Fans. Manchmal hätte ich mir von ihm gewünscht, dass er vielleicht noch mehr eigene Ideen in unsere Musik einfließen lässt oder die eine oder andere Aufgabe in der Band von selbst übernimmt, um mich etwas zu entlasten, aber egal.

Peter ist und bleibt für Jeden von uns ein guter und immer gern gesehener Freund. Man kann trotzdem nicht leugnen, dass seine Mundharmonika seit seinem Ausstieg merklich in unseren Songs fehlt. Dieses Instrument war, wenn man so will, immer das Special in unserer Musik, die sich nun ein weiteres Mal neu erfinden musste.

Wir versuchten Peter's letzten Tag bei OSTREA natürlich so angenehm wie möglich zu gestalten. Auf ihn wartete in Radebeul eine riesige Openairbühne, die wir am Abend mit ihm bespielen wollten. Im Backstage-Bereich überreichten wir ihm vorher unser Abschiedsgeschenk, eine Collage mit Bildern aus sieben Jahren Bandgeschichte. Wir tranken ein paar Bierchen zusammen, schwelgten in Erinnerungen und absolvierten gemeinsam einen unvergesslichen Auftritt vor einer breiten Menschenmasse. Einen ehrenvolleren Abgang hätte man sich fast nicht wünschen können. Nach der Show kullerten bei manchem Bandmitglied nochmal kurz und heimlich die Tränen, aber auch wenn er seitdem kein festes Mitglied mehr war, war er ja nicht aus der Welt. Peter besuchte uns bei fast jeder Mugge, die wir anschließend ohne ihn spielten und machte auch im Internet weiterhin Werbung für uns, was ich persönlich natürlich absolut wunderbar und bemerkenswert finde!

Im November 2017 fand dann die erste Mugge ohne Peter im Hotel Kreller in Freiberg statt. Wir spielten eine Stunde beim Quaster-Fantreffen vor zirka 50 Puhdysfans, die auf ihren Star, den Ex-Puhdy Dieter Hertrampf warteten. Wir eröffneten mit dem Song der Puhdys, der mich vor 16 Jahren selbst zum Fan machte: "Was bleibt". Im Refrain betrat der Star des Abends den Saal und kam direkt durch die Zuschauer zu uns und beobachtete das Treiben der jungen Nachwuchsmusiker, die für ihn spielten. Nachdem wir den Song fertig gespielt hatten, gab es noch einen kurzen Plausch mit ihm, seiner Tochter Kimberly und seinem Freund Frank "Schatten" Toeffling.

Nach dem Fanclubtreffen bauten wir unsere Technik ab und saßen noch sehr lange mit ihnen in der Hotellobby, um zu feiern. Ein unvergessliches Erlebnis für mich.

Es folgten u.a. Auftritte im sächsischen Bad Düben und Spreenhagen in Brandenburg. Hauptsächlich buchte man uns damals allerdings regional, also in und rund um Dresden. So spielten wir die Jahre zuvor zum Beispiel mehrfach bei dem Festival "Rock am Damm" in Heidenau oder der offenen Bühne im Theater "Wanne" in Dresden. Aber auch die Zschachwitzer Dorfmeile hatte ihren Reiz und gehörte bis dato wohl zu den musikalisch besten Auftritten unserer Band.

2019 bestand die Band "Ostrea" also noch aus vier jungen Musikern: Isabel am Gesangsmikrofon, Thomas am Schlagzeug und der Cajon, Mario am Bass und ich an der Gitarre. Im Volume11 bekamen wir die Möglichkeit, einen festen Proberaum zu bekommen, was wir dankend annahmen. In der obersten Etage des Hauses richteten wir uns gemütlich ein - ein Sofa zum entspannen, ein paar Regale für unsere Unterlagen und neben der ganzen Bandtechnik auch ein kleines Studio, mit dem wir unsere Proben tonal aufzeichnen konnten. Um die nicht ganz billige Raummiete für unsere Geldbörsen etwas attraktiver zu machen, holten wir zwei weitere Bands dazu, die als Untermieter unseren Proberaum mitnutzten. Ein weiterer Vorteil des festen Proberaumes war, dass wir fortan nicht mehr an die Öffnungszeiten des V11's gebunden waren. Wir bekamen einen Haus- und Zummerschlüssel und konnten zu jeder Tag- und Nachtzeit in den Proberaum.

Ostrea entwickelte sich schnell zu meinem Lebenselixier - zu meinem Lebenswerk. Wir haben mit unseren eigenen Liedern, als auch mit internationalen Coversongs aus vier Jahrzehnten versucht unser Publikum zu begeistern. Die Mischung aus melancholisch-ruhigem und stimmungsvoll-schnellem Songmaterial bot uns dabei immer ein breites Spektrum, beim Erstellen unserer Setlisten. Ich denke, man erkannte als Zuschauer schnell die Leidenschaft und Spielfreude dieser Band. Und mal Hand auf's Herz: Wie viele Menschen können heute noch von sich behaupten, für ein paar Minuten aus dem Alltag zu flüchten, erlebte Ereignisse auf eine ganz eigene Weise, in unserem Fall mit eingängiger Musik und tiefgründigen Texten, verarbeiten zu können, sich dabei selbst immer treu zu bleiben, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen und jederzeit für einen Spaß zu haben zu sein? Ich weiß es nicht, aber ich hoffe, dass wir mit unserer Musik den Menschen ein wenig helfen konnten, dahin zurückzufinden. Vielleicht kämpften wir ja auch so ein bisschen für den Erhalt der deutschen Rockkultur und somit gegen die Mainstream-Musik im Radio, die man zwar schnell mitsingen kann, der man aber für sich selbst nur noch sehr wenig abgewinnen kann. Wie auch immer. Ich denke, dass sich jeder seine ganz eigene Meinung zu unserer Band macht und das ist auch gut so!

Vielleicht hat es auch so manchem Fan missfallen, dass wir als Band 2019 eine einjährige Pause eingelegt haben, aber nicht, weil uns die Ideen ausgingen oder wir uns gar gestritten hätten. Nein, ganz im Gegenteil! Der Anlass für die Pause war die Geburt meines Sohnes im Februar 2019, für die ich mich für ein halbes Jahr aus den Bandgeschäften ausgeklinkt hatte, um ganz für meinen Nachwuchs da sein zu können. Kurz nachdem ich im Proberaum meine Auszeit angesprochen hatte, kam auch Isabel an und sagte, dass sie ebenfalls eine sechsmonatige Auszeit bräuchte, da sie im Juni 2019 ihr erstes Kind erwartete. Jeder, der ein Kind hat, wird wahrscheinlich verstehen, dass es die ersten sechs Monate kaum möglich ist, seine ganze Kraft und Freizeit in etwas anderes zu investieren, als in das neu geborene Familienmitglied. Thomas und Mario nahmen die Babypause sportlich und genossen die freien Monate wahrscheinlich genauso sehr wie Isabel und ich - allerdings, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, mit etwas mehr Schlaf.

Als wir uns dann Ende 2019 das Erste mal wieder zum Musizieren trafen, fühlte es sich für mich an als hätte es nie eine Pause gegeben. Die Songs funktionierten einwandfrei und ich konnte - zu meinem Erstaunen - sogar noch die Gitarre richtig herum halten. Es gab viel zu tun und wir machten uns auch gleich an die Arbeit, schließlich stand 2020 ein Jubiläum an, welches gefeiert werden sollte.

Die Planung des Jubiläumskonzertes anlässlich unseres zehnjährigen Bestehens nahm Fahrt auf und wir konnten es kaum erwarten, dieses Ereignis mit unseren Fans zu feiern.

An solchen Tagen blickt man natürlich nicht nur in die Zukunft, sondern auch in die Vergangenheit. Man erinnert sich, lässt so manche Dinge Revue passieren und zieht ein Fazit und stellt fest: Es war nicht immer einfach!

Auch in einer Band geht es manchmal zu wie in einer Ehe. Man muss täglich um sie kämpfen, sie zusammenhalten und alles dafür tun, dass jeder Einzelne glücklich mit dem bleibt, was er an ihr hat. Gerade in der heutigen, sehr schnelllebigen Zeit, ist es unheimlich schwer, sich die Zeit zu nehmen, dem Anderen zuzuhören. Ein bekannter Musiker sagte mal: "Eine Band zu erhalten dauert ein ganzes Leben, sie zu zerstören wahrscheinlich nur einen Bruchteil von Sekunden."

Man bewegt sich sozusagen ständig auf hauchdünnem Eis und ist froh, wenn man auch nach vielen Jahren noch sagen kann: "Ich bin stolz und immer Feuer und Flamme für das, was wir uns gemeinsam in all den Jahren gemeinsam aufgebaut haben!"

Doch eine Band ohne Publikum macht keinen Sinn, das weiß jedes Kind! Kein Musiker will im Proberaum versauern, sondern raus auf die Bretter, die Bühnen der Welt! Wenn eine Amateurgruppe, die wir damals wie heute sind, das große Glück hat, für Coversongs gefeiert zu werden ist das geil, aber wenn dann noch die eigenen Songs, die man aus tiefsten Herzen, mit viel Schweiß und manchmal auch Tränen getextet und komponiert hat, vom Publikum mitgesungen werden, dann ist das ein Gefühl, das man mit Worten nicht beschreiben kann!

Ich möchte unseren Fans mit größtem Respekt und aus tiefstem Herzen für ihre Treue, für die lieben und auch kritischen Worte, für das zahlreiche Erscheinen bei unseren Auftritten, für jeden Applaus und für das riesige Interesse an unseren Liedern und Tonträgern bedanken! Gerade die Versorgung der Fans mit neuem Songmaterial auf Tonträgern ist aus finanziellen und zeitlichen Gründen oft eine langwierige Angelegenheit und braucht oft viel Geduld. Doch keine Sorge, mein Kopf ist voll mit neuen Ideen und Überraschungen, sodass die musikalische Zukunft der Band OSTREA spannend bleiben wird.











Gut besucht war auch die Lesung am 12. Dezember 2015 in der Stadtbibliothek Radebeul-Ost. 


Fünf Autorinnen und zwei Musiker gaben in knapp zweieinhalb Stunden ihr Bestes in der Stadtbibliothek Radebeul-Ost. Gelesen wurde jeweils 15 Minuten aus dem Buch "Ich schreibe mein Leben - Kriegsfolgen im Frieden". Zwischen den Texten gab es unsere Lieder in einem akustischem Gewand und die Zuschauer, im gut gefüllten Veranstaltungsraum, dankten es uns immer wieder mit zahlreichem Applaus. Überraschend las auch unser Gitarrist Micha diesmal ein selbst geschriebenes Statement zur aktuellen politischen Lage in Deutschland vor. Wir freuten uns auch sehr, dass dieses wichtige Buch nun in der Radebeuler Stadtbibliothek von Jedermann ausgeliehen werden kann. Nach der Lesung, kurz nach 21 Uhr nutzten wir die Gelegenheit, das Publikum in eine Diskussion einzuladen. Dieses Angebot wurde von den Zuschauern, wie auch in den letzten drei Lesungen, an den wir teilgenommen haben, sehr gut angenommen. Besonders beeindruckt waren wir von einem Japaner, dem die vorgetragenen Texte die Tränen in die Augen trieben und der auch sehr interessiert unserer Musik lauschte und sich sehr positiv über unser Projekt äußerte. Gegen 22 Uhr räumten wir unser Zeug ins Auto und tranken noch ein wohl verdientes Feierabendbier und traten danach den Heimweg an.

SETLIST: Wir danken Euch, Hinter den Städten, Dresden-Blues, Sinn des Lebens, Apfeltraum


 OSTREA

KEIN LEICHTES SPIEL

    Die Bandbiographie

Es ist das Jahr 2001, genauer gesagt der 8. September um 19.30 Uhr, als ich beginne, mich für Rockmusik zu interessieren. Ich bin 5.189 Tage alt und stehe auf der Festwiese in Altkötzschenbroda.

Dort wo sonst Rummel und Fressbuden stehen, oder sich sonst einfach nur ein schlammiger Parkplatz für die angrenzende Sporthalle befindet, wird heute ein Rockkonzert der PUHDYS stattfinden. Das Wetter ist toll, die Leute sind nett und Techniker wetzen von links nach rechts über die riesige Openairbühne und treffen die letzten Vorbereitungen für das Konzert.

Es wird langsam dunkel und es sind nur noch wenige Minuten, bis Dieter "Maschine" Birr und Dieter "Quaster" Hertrampf an die Gitarren und Mikros, Peter "Eingehängt" Meyer ans Keyboard, Klaus "Mischpult" Scharfschwerdt an sein Schlagzeug und Peter "Bimbo" Rasym an seinen Bass treten wird.

Vor ihnen steht in der zweiten Reihe ein dunkelblonder, 14-jähriger Bub mit strahlend-großen Augen, die den Konzertbeginn kaum erwarten können. Dieser Bub bin ich, Michael Novy aus Dresden, oder auch "Micha aus DD" - so nenne ich mich wenige Tage später im Internet, als ich mich im sogenannten PUHDYS-Forum anmelde, um mich mit anderen Fans austauschen zu können.

Was bleibt (Puhdys)

(Text: Gerulf Pannach)

Alles was zuende ist, kann auch Anfang sein

man sollte nicht an alten Zeiten kleben

doch ich bin kein Ignorant, der zu schnell vergisst

das was einmal war ist auch mein Leben

Vieles hab' ich nicht erkannt, manches auch versäumt

doch ich habe immer was gefunden

Träume vom Schlaraffenland hab' ich auch geträumt

als ich hinkam war es schon verschwunden

Was bleibt, was uns bleibt, sind Freunde im Leben

Was bleibt, was uns bleibt, sind Freunde im Leben

Mauern werden aufgebaut, Mauern stürzen ein

doch sie können manchen auch erschlagen

Wenn das Eis zu tauen beginnt, bricht man auch schneller ein

doch die ersten Schritte muss man wagen

Wenn wir nachts die Sterne sehen

wie sie still am Himmel stehen

scheint sich gar nichts zu bewegen

und doch fliegen wir dahin

Was bleibt, was uns bleibt, sind Freunde im Leben

Was bleibt, was uns bleibt, sind Freunde im Leben

31.10.2020



die Zeile

Raucherlied

Bandname



  • Profile aller Bandmitglieder

  • Kennenlernen
  • alle Texte und dessen Entstehung
  • kompletter Tourplan
  • Veröffentlichungen

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  1. Vom Punkrock zum Akustik-Duo (erstes Puhdyskonzert bis Kennenlernen Peter)
  2. Die ersten Songs und Auftritte
  3. Nathanael und die erste CD
  4. Marcel und der Weg zum Superstar
  5. Ein Multitalent namens Hannes
  6. Ansgar bringt neuen Wind
  7. Namenswechsel
  8. Das zweite Studioalbum und das 5-jährige Bandjubiläum
  9. Ostrea 2.0
  10. SPH & WU-Bandcontest
  11. Peter steigt aus
  12. Hart am Limit wird produziert
  13. Babypause
  14. Corona
  15. Doppelalbum & 10-jähriges Bandjubiläum
  16. Das Ende der Band



Gefühle vor,

während, nach dem Auftritt, über Schwierigkeiten, Meinungsverschiedenheiten, Auftrittsprobleme, Hindernisse, Hintergründe usw.

Möglichst viel Neues, was wir LeserInnen noch nicht wissen. Auch über Privates, was jede(r) von euch - sofern sie/er es wollen - von sich selbst preisgeben will

(Kindheit, Studium, Lehre, Beruf, Familie usw. - also die eigene Persönlichkeitsentwicklung, vielleicht mit paar lustigen, aber auch ernsthafteren Anekdoten, alles

vielleicht auch nicht losgelöst von eigenen Meinungen über Reaktionen, Meinungsverschiedenheiten, Missverständnisse, Zusammenkommen, Zusammenhalt usw.)

So wie du es ja auch schon alles formuliert hast. Und was Musik generell für euch bedeutet. Was jede(r) noch so an Musik hört. Neugierig macht immer, wenn

etwas persönliches erzählt wird, auch mal was, was schief gelaufen ist, wie die Meinung zu bestimmten Lebensthemen sind (soll ja ein Wälzer werden).